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Kopfläuse sorgen immer wieder für Aufregung. Jedes Jahr wird von Läusefällen in Schulen und Kindergärten berichtet. Läuse können alle Personen befallen und haben nichts mit fehlender Hygiene zu tun. Läuse sind vor allem dort, wo Menschen sich nahekommen. Kopfläuse können weder fliegen noch springen und werden nur durch direkten Kontakt von Kopf zu Kopf übertragen Ein Läusebefall muss konsequent bekämpft werden, damit keine erneute Ansteckung möglich ist.

Kopfläuse sind winzige Insekten, die nur das menschliche Kopfhaar befallen. Sie können sich auf menschlichem Kopfhaar festklammern und fortbewegen. Bevorzugt befinden sich Läuse an Stellen, wo es besonders warm ist, wie Schläfen-, Ohren- und Nackengegend. Die Läuse ernähren sich durch Blutsaugen, wodurch in der Haut allergische Reaktionen entstehen: intensives Jucken und Hautrötungen sind die Folge. Durch heftiges Kratzen kann sich die Kopfhaut entzünden und Infektionen können hervorgerufen werden.

Eine Kopflaus ist ungefähr 3 mm gross. Sie ist lichtscheu und bewegt sich schnell entlang dem Haar. Deshalb ist es sehr schwierig, sie zu sehen. Mit ihren 6 Beinen klammert sie sich am Haar fest, sodass man sie nicht durch blosses Haarwaschen loswird. 7-10 Tage nach dem Schlüpfen kann eine weibliche Laus täglich bis zu 10 Eier legen. Diese Eier werden von der Laus mit einem wasserunlöslichen Kleber am Haar festgemacht. Die Eier haften so fest am Haar, dass sie sich im Unterschied zu Schuppen nicht einfach abstreifen lassen. Aus den Eiern schlüpfen nach 7-10 Tagen kleine Larven und die leeren Chitinhüllen bleiben zurück. Diese nennt man Nissen. Laien können nicht beurteilen, ob es sich bei einer Chitinhülle um Eier oder Nissen handelt.

Ohne Mensch können Kopfläuse und Larven bei idealen Temperaturen maximal 3 Tage überleben. Einmal vom menschlichen Kopf entfernt, sind die Kopfläuse schon nach wenigen Stunden nicht mehr fähig, einen neuen Wirt zu befallen. Unter Hitze (über 60 Grad) und Kälte (mindestens 10 Grad minus) sterben Kopfläuse noch schneller ab.

Kopfläuse – Wie wird behandelt?

Als Massnahmen zur Behandlung von Läusen empfehlen wir physikalisch wirkende Läusemittel mit mechanischer Therapie (Auskämmen) zu kombinieren. Die Substanzen überziehen die Läuse und deren Atemöffnungen mit einem wasserundurchlässigen Film und lassen sie ersticken und platzen. Diese Produkte sind gesundheitlich unbedenklich und gehören damit zur ersten Wahl. Hierzu zählen Silikon-Produkte (Dimeticon), z.B. in Hedrin enthalten oder Mineralöl-Produkte z.B. Paranix Shampoo. Zusätzlich zur Behandlung wird 2-mal wöchentlich mit dem Nissenkamm gekämmt, um möglichst alle toten Läuse plus die Eier zu entfernen. Das Kämmen sollte so lange weitergeführt werden, bis mindestens zweimal hintereinander keine Läuse oder Eier ausgekämmt worden sind. Die Behandlung mit dem Mittel muss nach 7 bis 10 Tagen wiederholt werden, da die Wirkung auf Eier nur limitiert ist und diese inzwischen zu Larven geschlüpft sind. Die wichtigste Massnahme, um einen Läusebefall vorzubeugen, ist die Kontrolle aller Familienmitglieder mit dem Nissenkamm 1-mal pro Woche.

Kopfläuse: Unsere nützlichen Tipps

  • Textilien und Plüschtiere absaugen, ausschütteln oder auslüften (z.B. 3-10 Tage auf dem Balkon)
  • Kämme, Bürsten, Haarspangen und –Gummis während 10 Minuten in heisse Seifenlösung (60 Grad) geben
  • Lange Haare zusammenbinden. Das Abschneiden der Haare ist nicht nötig, da bereits 5mm lange Haare ausreichen, um den Eiern genügend Halt zu geben.
  • Weitere wichtige Informationen über Läuse unter lausinfo.ch
Laura Kluser Apotheke Dr. Guntern

Für Sie geschrieben von

Laura Kluser

EIDG. DIPL. APOTHEKERIN

Gerne berate ich Sie persönlich zum Thema „Kopfläuse“. Kommen Sie am besten zu uns in die Apotheke Dr. Guntern